Arrigo & Ashanti

 

Welche Eigenschaften hat ein Kromfohrländer, welches Verhalten?

 

Theorie & Praxis

... für diejenigen, die sich überlegen, einen Kromi zuzulegen

 

Viele Jahre, bevor Arrigo geboren wurde, habe ich ein Bild von einem Kromfohrländer in einem Hundebuch gesehen und über seine tollen Eigenschaften gelesen. Für mich war das der perfekte Hund. Als wir uns dann 2003 auf die Suche nach einem Kromi gemacht haben, fanden wir in Büchern und in Gesprächen mit Züchtern und Kromibesitzern viel über die Rasse heraus. Manches hat sich bestätigt, manches nicht.

Insbesondere für diejenigen, die sich für einen Kromfohrländer interessieren, haben wir einmal Theorie und Wirklichkeit am Beispiel von Arrigo gegenübergestellt. Hierbei muss man sagen, dass es natürlich viele Wirklichkeiten gibt, viele verschiedene Kromis, und dass wir richtig Glück gehabt haben, mit tollen Züchtern und mit Arrigo und Ashanti. ;-)

Theorie: Kromis besitzen keinen Jagdtrieb.
So ist's. Arrigo liebt es zwar, Amseln hinterher zu laufen. Er entfernt sich aber nie mehr als 50 Meter von uns. Wir haben ihn schon als Welpen frei im Wald herum laufen lassen. Beim Schnüffeln vergisst er schon mal alles um sich herum. Wenn er dann merkt, dass wir längst weitergegangen sind, guckt er sich verdutzt um und wenn er uns dann sieht, kommt er angaloppiert wie eine Rakete.

Theorie: Kromis sind Fremden gegenüber reserviert.
Arrigo liebt es, wenn Besuch kommt. Es scheint nichts Schöneres für ihn zu geben, als dass sich sein Rudel wieder um ein paar liebe Menschen vergrößert. Jeder wird fröhlich begrüßt (auch der Postbote). Und noch nie hat Arrigo jemanden angeknurrt.

Theorie: Kromis bellen, wenn es schellt.
Naja. Anfangs nicht, aber mittlerweile schon. Und er bellt, sobald er ein Kätzchen sieht ... ;-) Darf er ja auch. Und wenn er mit einer Sache nicht einverstanden ist, dann protestiert er lauthals, indem er heult wie ein Kojote. Dann müssen immer alle lachen. Zum Glück macht er das drinnen nur selten.

Theorie: Kromis haben ein selbstreinigendes Fell.
Stimmt. Arrigo ist ein glatthaariger Kromfohrländer und braucht dennoch nicht gebürstet zu werden. Wir machen es trotzdem, weil er es genießt und weil ... - lest einfach weiter:

Theorie: Kromis haaren nicht.
Wer hat bloß so etwas erfunden? Selbstverständlich tun sie das. Arrigo jedenfalls haart unabhängig von der Jahreszeit - feine lange Häärchen, eine Tonne jeden Tag. Aber wen stört das schon? Uns jedenfalls nicht. Wofür gibt es Staubsauger.

Theorie: Kromis riechen nicht.
Stimmt, und da kann die Luft noch so feucht sein. Der Geruch der geliebten Schweineohren kann einem jedoch den Atem rauben. Und sein Atem riecht noch Stunden danach - macht ihn sicher bei anderen Hunden beliebt aber nicht bei Zweibeinern. Unser Tipp: getrocknete Straußensehen. Einfach mal ausprobieren.

Theorie: Kromis sind mäkelige Esser.
Paul sagte mal, Arrigo ist immer mit der Pfote im Napf eingeschlafen. Im Laufe der Zeit hat sich das etwas reguliert. Aber mäkelig? Arrigo isst gerade so viel, wie er Hunger hat, und da kommt es nicht sehr häufig vor, dass er mal seinen Napf stehen lässt. Das Schöne ist: Man braucht sich keine Sorgen machen, dass er zu dick wird.

Theorie: Kromis können es nicht gut mit Kindern.
Arrigo wurde von Anfang an bestens sozialisiert. Anfangs hatte er damit Probleme, wenn kleine Kinder zappelnd und kreischend vor ihm weggelaufen sind. Mittlerweile ist er in solchen Fällen viel ruhiger geworden. Nur an kleine Babys muss er sich noch gewöhnen, diese kleinen Dinger auf den Armen von Menschen, die seltsame Geräusche machen und so komisch riechen.

Theorie: Kromis kann man mit in jedes Restaurant nehmen.
Ja. Selbst herrlich duftende Steakhäuser machen ihm nichts aus. Er legt sich unter den Tisch und das war's. Die Steaks genießen wir völlig ungestört (sind ja auch unsere und nicht seine ...). Es sei denn, da kommt noch ein anderer Hund ins Restaurant. Das ist aber auch zu interessant und mit der Ruhe ist es dann erst mal vorbei. ;-)

Theorie: Kromis sind Einzelkämpfer und interessieren sich nicht für andere Hunde.
Ja und nein. Wenn es zur Hundeschule ging, war er immer ganz aufgeregt, erst recht, wenn wir ihn mal wieder verrückt gemacht haben, indem wir vorher die Namen der anderen Hunde rufen: "Gismo", "Pako", "Robina". Es gibt keine andere Situation, wo Arrigo so sehr an der Leine zieht, weil er es nicht erwarten kann, seine Freunde zu sehen. Es macht immer wieder Spaß, ihm dann beim Toben mit ihnen zuzuschauen. Kennt er einen Hund nicht, kann es aber durchaus sein, dass der Luft für ihn ist. Und wenn man älter wird, ist Spielen eh nur noch was für Welpen ...

Theorie: Kromis sind immer nur auf einen Menschen bezogen.
Das konnten wir bisher nicht beobachten. Einzige Ausnahme: Nummer eins ist immer der mit der Fleischwurst. Übrigens: Arrigo hört auch sehr gut auf Andere.

Theorie: Kromis mögen keine Leinen und zerren immer daran.
Es bedurfte einiges an Durchhaltevermögen, um das in den Griff zu kriegen. Er liebt seine Leine zwar immer noch nicht, aber er geht mittlerweile in 99% der Fälle mit lockerer Leine neben uns her ohne zu ziehen.

Theorie: Kromis nehmen einem so schnell nichts übel.
Das können wir wirklich bestätigen. Manchmal, wenn er in der Wohnung so hinter einem herschleicht, übersieht man den armen Kerl schon mal und er kriegt aus Versehen einen Knuff ab. Dann denkt er jedes mal, er hätte etwas Böses getan und wir wollten ihn bestrafen, legt die Ohren an, zieht den Schwanz ein, springt an uns hoch und will unbedingt unsere Ohren sauber lecken. In solchen Fällen wird er dann in der Regel entschädigt mit Krauleinheiten nicht unter fünf Minuten ...


Noch ein paar Eigenschaften von Arrigo: Er fährt sehr gerne Auto. Sein Lieblingsspiel war früher: "Die Wildsau" (auf einer Wiese wie eine Wildsau immer im Kreis rennen, bis man nicht mehr kann). Sein Lieblingshobby ist Schmusen. Er hat ein irre weiches Fell. Und was wir sehr häufig hören: "Guck mal, hat der ein liebes Gesicht." Arrigo ist immer zu Späßen aufgelegt und hat kein Problem mit dem Staubsauger (im Gegensatz zu Ashanti), aber wenn wir früher das Bügelbrett holten, dann flippte er richtig aus und bellte das Bügelbrett an, als wäre es eine Katze. Wir wissen bis heute nicht, woran das lag.

 

Und Ashanti? Sie hat die gleichen Eigenschaften wie Arrigo. Alle Punkte treffen auf sie genauso zu, auch das Autofahren. Drei kleine Unterschiede gibt es aber doch, und da merkt man sicher, dass Ashanti in einer Familie mit Kindern aufgewachsen ist. Mit Kindern kann sie es nämlich besonders gut. Und Katzen, die ignoriert sie einfach. Ashanti ist ein sehr fröhlicher Hund und sie hat ähnlich viel Humor wie Arrigo, es sei denn, ja und da sind wir bei den Unterschieden zwischen einem Rüden und einer Hündin, es sei denn, die Hormone schlagen zu und sie wird läufig und scheinschwanger, dann erkennen wir sie nicht wieder, dann will sie nur schlafen und in Ruhe gelassen werden. Man kann sehr froh sein, so einen tollen Hund wie Ashanti zu haben, der es einem wirklich leicht und so viel Spaß macht, und einen wie Arrigo sowieso, das wissen wir ja schon lange.

Vielleicht darf man nicht den Fehler machen und Rassemerkmale überbewerten. Jeder Hund hat ein ganzes Stück eigenen Charakter. Und davon unabhängig sollte man immer liebevoll konsequent sein - oder konsequent lieb? Wenig konsequentes Verhalten jedenfalls kann zu echten Problemen führen; bei welcher Rasse ist das so viel anders.

Wer sich erstmalig für einen Kromi interessiert, sollte immer daran denken, dass er einen individuellen Hund mit eigenen Charaktereigenschaften bekommt und keine Schablone. Wir bereuen unsere Entscheidung für einen Kromi in keiner Weise und wünschen allen Kromifans und denen, die es bald sein werden, nur das Beste.